Vollmondnacht

 

Vollmondnacht, Sturm und dazu noch Freitag der 13.: die Nacht vom 12. auf den 13.1. hatte es in sich. Um 3:45h bin ich aufgewacht und war hellwach (was um die Uhrzeit für mich eher unwahrscheinlich ist), der Mond schien ins Zimmer, in verschiedenen Grauschattierungen, da der Wind die Wolken über den Himmel gejagt hat. Als ich später aus dem Haus ging, konnte ich das Schauspiel auch beobachten, v.a. am Marktplatz war der Anblick beeindruckend: der Mond, die rasenden Wolken und das Ganze mit den mittelaterlichen Gebäuden und Kirchen als Vordergrund und den Weinbergen als Hintergrund. Der Wind hatte auch eine besondere Qualität, zeitweise musste ich mich sogar gegen ihn stemmen, was hier nicht so oft vorkommt. Und zwischen all dem Rauschen war es fast, wie wenn ich versteckte Stimmen hören konnte, zart, manchmal singend, verlockend. Ab und zu ein Ziehen und Zupfen an meinen Kleidern und Haaren und aus den Augenwinkeln konnte ich gerade noch Schatten und wehende Gewänder wahrnehmen.

 

Frost

Das Ende der jetzigen Rauhnächte schliesst mit eisigen Temperaturen ab.

Beim Trommeln vor ein paar Tagen hat sich der Frost bei mir angekündigt und mir gezeigt: er überzieht allmählich das Land mit starker Kälte, die erst mal alles einfriert, aber auch eine gewisse Ruhe mit sich bringt. Dinge, die dem nicht standhalten können, sterben ab und mit den wärmer werdenden Temperaturen tauen sie transformiert wieder auf und bereiten fruchtbaren Boden für das neue Wachstum im Frühling. Der Frost bietet uns diesen Prozess auch für unsere unsichtbaren Dinge an: alte Themen, die uns nicht mehr nützlich sind, verletzte Gefühle, nicht erfüllte Träume….Wir können ihm dies symbolisch überreichen, z.B. auf Papier geschrieben ins Freie gelegt oder im inneren Zwiegespräch mit ihm (bei einem Spaziergang draussen). Dadurch wird der Nährboden für unser weiteres Wachstum angereichert.

 

 

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